Dogenpalast

File 898Der Dogenpalast, auf Italienisch Palazzo Ducale genannt, steht im Stadtteil San Marco direkt am Piazzo di San Marco und hat die schöne Adresse Piazzo di San Marco 1. Schon im 9. Jahrhundert stand an der Stelle des heutigen Palasts ein Dogenpalast, der jedoch wesentlich kleiner und aus Holz war. Nachdem dieser erste Palast durch ein Feuer vollständig verwüstet wurde, wurde Ende des 14. Jahrhundert der Grundstein für ein steinernes Gebäude gelegt, dass die Basis des heutigen Komplexes formt. Durch mehrere Feuer immer wieder verwüstet und durch sich auf folgende Dogen immer wieder erweitert und umgestaltet, ist der Dogenpalastkomplex wie man ihn heute besichtigen kann ein Ergebnis seiner jahrhundertelangen Bauzeit.


File 790Architektonisch ist der Dogenpalast das Beispiel des typischen, venezianischen gotischen Stils, auch Flam-boyant-Stil genannt, der die spätgotische Bauweise in Venedig prägte und außer den überwiegend gotischen Elementen auch mehr und mehr orientalische Stilelemente einfließen ließ. Das dreiflügelige Gebäude hat zwei Fassaden die prunkvoll mit weißem istrischem und rosanem veronesischem Marmor verkleidet sind. Die zwei unteren Geschosse sind von den auffälligen Arkaden geprägt, deren große Spitzbogenfenster viel Licht ins Innere des Palastes werfen und deren dünne Säulen dem Palast sein zerbrechliches und elegantes Äußeres verleihen. Das obere Geschoss ist ungefähr so hoch wie die zwei unteren zusammen und vollständig mit demselben bunten Marmor verkleidet. Besonders auffallend sind auch die vielen detaillierten Kapitellverzierungen, die Szenen und Figuren aus Sagen und Religion zeigen.


File 793Betritt man den Palast, fallen als erstes die vielen prunkvollen Treppen auf, die die verschiedenen Bereiche und Geschosse des Palasts miteinander verbinden. Die vielen großen und kleinen Zimmer, Säle und Gänge im Inneren des Palastes boten Platz für die privaten Zimmer der Dogen, die hier nacheinander wohnten, sowie für die Administrativen und Juridischen Organe der Republik Venedig, die hier während der Zeit der Republik unter gebracht waren und den Dogenpalast zum politischen und juridischen Zentrum Venedigs machten. Nicht nur, dass hier der „Große Rat“ tagte und über die Geschicke der Republik entschied, auch das immense Waffenarsenal der Republik lagerte hier und das Hauptgefängnis Venedig war in den unteren Geschossen sowie in einem angrenzenden Gebäude, zu erreichen über die „Seufzerbrücke“, untergebracht.

Läuft man heute in und um den Palastkomplex, kann man noch viele Stellen finden, die die lange und bewegte Geschichte des Gebäudes wieder lebendig werden lassen. Schaut man z.B. genau hin, kann man an der Fassade zwischen den Säulenreihen auch zwei rötlichere Säulen entdecken, zwischen denen früher die Todesurteile verkündet wurden. Auch im Innenhof kann man noch Zeichen finden, dort stehen, über eine Treppe zu erreichen, zwei Statuen von Mars und Neptun, bei denen die neuen Dogen ihren Eid auf die Republik ablegten. Hier im Innenhof stehen auch zwei Brunnen aus dem 16. Jahrhundert die oft als die schönsten in ganz Venedig bezeichnet werden.


File 779Aber nicht nur von außen, auch von innen ist der Dogenpalast eine reine Zurschaustellung der Macht der Republik Venedig. Kunstvolle Fußbodenbeläge, wunderschöne Decken- und Wandgemälde von Tintoretto und Veronese sowie Stuck und vergoldete Verzierungen erzählen von vergangenen Zeiten. Den Saal des „Großen Rates“, der mehr als 1500 Leute fasste und für den eigens der Palast umgebaut wurde, schmückt ein überdimensionales Ölgemälde von Tintoretto, dass weltweit eines der größten seiner Art ist.


1923 vermachte der Italienische Staat Venedig das Gebäude, das seitdem der Öffentlichkeit zugänglich ist und als Museo Dell’Opera genutzt wird. Viele der original Kapitelle sind in diesem Museum ausgestellt, den Dogenpalast selbst schmücken heute, aus präservativen Gründen, Kopien der Originale.

Offizielle Webseite: Palazzo Ducale