Cattedrale di San Piedro di Castello

File 946Die im Sestiere Castello, im Osten Venedigs, auf der Insel San Pietro gelegene Kathedrale wurde im 8. Jahrhundert erbaut und war bis Anfang des 19. Jahrhunderts Venedigs religiöses Zentrum und Sitz des geistlichen Oberhaupts der Stadt. Damals direkt neben dem Palast des Patriarchen von Venedig gelegen hat sie viel ihrer ehemaligen Bedeutung eingebüßt und ist heute, nachdem der Markusdom mit dem Ende der Republik ihre Funktion übernahm und die sie eine Zeit lang als Kaserne genutzt wurde, in eher schlechtem Zustand.
Der heute zu besichtigende Bau entstand vornehmlich im 17. Jahrhundert. Andrea Palladio, einer von Venedigs bekanntesten Architekten, gestaltete die beeindruckende Fassade. Nach seinem Tod wurde sie von seinem Schüler, Francesco Smeraldi, in Palladios Stil fertig gestellt. Von der Ferne fällt besonders der schöne, weiße Campanile auf, der mit istrischen Marmor verziert ist und etwas schief steht.
Auch wenn das Innere der Kirche von manchen als eher kalt beschrieben wird, ist der lichtdurchflutete, prachtvolle Innenraum, der mit Fresken von Girolamo Pellegrini verziert ist, durchaus einen Besuch wert. Neben dem kunstvollen Hochaltar von Baldassare Longhena gibt es im rechten Seitenschiff der Kirche einen barocken Seitenaltar sowie einen Thron aus Marmor aus dem 13. Jahrhundert, der mit Fragmenten wunderschön verziert ist.